Fruchtbarkeit unterstützen
Was Sie bei Kinderwunsch tun können.
Einige Maßnahmen sind gut belegt, andere werden häufig überschätzt. Wir trennen sinnvolle Vorbereitung, begrenzte Evidenz und Mythen.
Sie können einige Bedingungen günstig beeinflussen. Eine Schwangerschaft lässt sich dadurch jedoch nicht garantieren.
Alltag und Kinderwunsch
Was Sie unterstützen kann
Öffnen Sie ein Thema, um mögliche Schritte und ihre wissenschaftliche Grundlage zu verstehen. Die Hinweise ersetzen keine individuelle Behandlungsempfehlung.
Für die Frau
Gesundheit vor einer Schwangerschaft
Sieben Themen · einzeln öffnenVor Schwangerschaft empfohlenFolsäure vor der Schwangerschaft
Frauen, die schwanger werden möchten oder könnten, wird zusätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung täglich 400 µg Folsäure beziehungsweise eine äquivalente Folatmenge empfohlen. Idealerweise beginnt die Einnahme mindestens vier Wochen vor der Schwangerschaft und wird bis zum Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels fortgeführt.
Folsäure erhöht nicht nachweislich die Wahrscheinlichkeit, schneller schwanger zu werden. Sie dient vor allem dazu, das Risiko für Neuralrohrdefekte beim Kind zu senken.
Bei bestimmten Erkrankungen, Medikamenten oder einem sehr späten Beginn kann eine andere Dosierung empfohlen werden. Dies bitte ärztlich klären.
Rauchstopp sinnvollRauchen
Rauchen kann die weibliche Fruchtbarkeit beeinträchtigen und ist mit einem erhöhten Risiko für Fehlgeburten verbunden. Ein Rauchstopp ist für Fruchtbarkeit und allgemeine Gesundheit sinnvoll.
Unterstützung beim Rauchstopp findenBei möglicher Schwangerschaft vermeidenAlkohol
Stärkerer Alkoholkonsum kann ungünstig sein. Sobald eine Schwangerschaft möglich ist, ist der Verzicht die sicherste Entscheidung, da für Alkohol in der Schwangerschaft keine sichere Menge bekannt ist.
Verzicht sinnvollCannabis und andere Drogen
Cannabis und andere Freizeitdrogen können Fruchtbarkeit, Schwangerschaft und allgemeine Gesundheit beeinflussen. Bei Kinderwunsch ist ein Verzicht eine sinnvolle Vorsichtsmaßnahme.
Bei Zyklusproblemen besprechenGewicht und Zyklus
Deutliches Untergewicht und starkes Übergewicht können Zyklus und Ovulation beeinflussen. Es geht nicht um ein Schönheitsideal, sondern um Zyklusfunktion und allgemeine Gesundheit.
Unregelmäßige oder ausbleibende Periode einordnenAllgemeine GesundheitErnährung
Eine ausgewogene Ernährung unterstützt die allgemeine Gesundheit. Für spezielle Fertilitätsdiäten gibt es keine verlässliche Garantie, schneller schwanger zu werden.
Vor Schwangerschaft prüfenMedikamente und Vorerkrankungen
Manche Medikamente und Erkrankungen können für Kinderwunsch oder Schwangerschaft relevant sein. Medikamente nicht eigenständig absetzen, sondern ärztlich prüfen lassen.
Für den Mann
Spermienproduktion und Gesundheit
Sechs Themen · einzeln öffnenZeitnah ärztlich besprechenTestosteron und Anabolika
Wenn Sie Testosteron oder Anabolika anwenden und einen Kinderwunsch haben, sollten Sie dies zeitnah andrologisch oder urologisch besprechen.
Extern zugeführtes Testosteron kann die körpereigene Spermienproduktion stark vermindern oder zeitweise vollständig unterdrücken.
Setzen Sie verordnete Medikamente nicht eigenständig ab und verändern Sie die Dosis nicht ohne ärztliche Rücksprache.
Andrologisch oder urologisch besprechenRauchstopp sinnvollRauchen
Rauchen ist mit ungünstigeren Spermienparametern verbunden. Ein Rauchstopp ist auch unabhängig vom Kinderwunsch gesundheitlich sinnvoll.
Unterstützung beim Rauchstopp findenStarken Konsum vermeidenAlkohol
Starker oder chronischer Alkoholkonsum kann Hormone, Sexualfunktion und Spermienqualität beeinträchtigen. Für geringe oder moderate Mengen ist die Datenlage weniger eindeutig.
Datenlage uneinheitlichCannabis und Drogen
Die Studienlage zu Cannabis und männlicher Fruchtbarkeit ist nicht vollständig einheitlich. Wegen möglicher Auswirkungen auf Hormone und Spermien ist ein Verzicht bei Kinderwunsch eine vernünftige Vorsichtsmaßnahme.
Nutzen unklarNahrungsergänzungsmittel
Vitamine, Zink, Antioxidantien und sogenannte Fertilitätspräparate werden häufig beworben. Ein verlässlicher allgemeiner Nutzen für Schwangerschaften oder Lebendgeburten ist nicht belegt.
Bei längerem Kinderwunsch abklärenSpermiogramm
Wenn eine Schwangerschaft länger ausbleibt, gehört das Spermiogramm früh zur gemeinsamen Abklärung. Es ist kein abschließendes Urteil über die Fruchtbarkeit, sondern ein wichtiger Teil der Einordnung.
Gemeinsame Abklärung einordnenOptionaler Selbstcheck
Was trifft auf Sie zu?
Sie erhalten höchstens drei passende nächste Schritte – keinen Score und keine Aussage über Ihre Schwangerschaftschance.
Aus Ihren Angaben
Ihre nächsten sinnvollen Schritte
Die Reihenfolge ist keine medizinische Dringlichkeits- oder Risikoskala.
Keine Diagnose. Keine Risikoprozentzahl. Keine Aussage über individuelle Schwangerschaftschancen.
Fruchtbarkeit ist keine reine Belohnung für einen perfekten Lebensstil.
Auch Menschen mit sehr gesundem Lebensstil können Fruchtbarkeitsprobleme haben. Umgekehrt garantiert keine einzelne Maßnahme eine Schwangerschaft.
Häufige Tipps prüfen
Was häufig empfohlen wird – aber nicht belegt ist
Viele dieser Tipps werden gut gemeint weitergegeben. Wer sie ausprobiert hat, hat nichts falsch gemacht.
Quellen und Grenzen dieser Einordnung
Die sichtbaren Labels beschreiben praktische Handlungen. Die interne Quellen- und Evidenzzuordnung ist davon getrennt, evidenzinformiert und keine individuelle medizinische Validierung, Diagnose oder Therapie. Quellenprüfung: 25. August 2026.
- ASRM: Optimizing natural fertility
- AUA / ASRM: Male Infertility Guideline
- ASRM: Male infertility guideline Part I
- ASRM: Male infertility guideline Part II
- DGE: Handlungsempfehlungen Ernährung in der Schwangerschaft
- BIÖG / familienplanung.de: Alter, Lebensstil und Umwelt
- RKI / STIKO: Impfempfehlungen für Frauen mit Kinderwunsch