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Fruchtbarkeit im Laufe des Lebens

Kinderwunsch und Alter

Fruchtbarkeit verändert sich mit dem Alter – aber nicht an einem einzigen Geburtstag.

Es gibt keine feste Altersgrenze, ab der eine Schwangerschaft plötzlich „zu spät“ oder automatisch gefährlich ist. Die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, nimmt mit zunehmendem Alter schrittweise ab. Gleichzeitig steigen einige Schwangerschaftsrisiken nach und nach an.

Die häufig genannte Grenze von 35 Jahren ist deshalb keine biologische Klippe.

Zwei getrennte Fragen

Fruchtbarkeit und Schwangerschaftsrisiko sind nicht dasselbe.

Mit zunehmendem Alter kann es länger dauern, schwanger zu werden. Gleichzeitig können bestimmte Risiken während einer Schwangerschaft zunehmen. Beide Entwicklungen verlaufen schrittweise und unterscheiden sich von Frau zu Frau.

Wie verändert sich die Fruchtbarkeit mit dem Alter?

Hier geht es um Fruchtbarkeit und die Zeit bis zu einer Schwangerschaft.

Wie verändern sich Risiken während einer Schwangerschaft?

Hier geht es um Vorsorge und mögliche Schwangerschaftskomplikationen.

Altersübersicht

Was sich mit dem Alter verändert

Die Abschnitte sind Orientierung, keine festen biologischen Grenzen und keine individuelle Prognose.

  1. unter 30
  2. 30–34
  3. 35–39
  4. 40–44
  5. 45+
Unter 30Altersbedingte Faktoren spielen meist eine geringere Rolle.

Die weibliche Fruchtbarkeit befindet sich im Durchschnitt in einem günstigen Altersbereich. Altersbedingte Einschränkungen der Eizellzahl und Eizellqualität spielen meist eine geringere Rolle als in späteren Lebensphasen.

30–34 JahreDie Fruchtbarkeit beginnt im Durchschnitt allmählich abzunehmen.

Die Fruchtbarkeit beginnt allmählich abzunehmen. Für viele Frauen besteht weiterhin eine gute Möglichkeit, auf natürlichem Weg schwanger zu werden.

Wie schnell eine Schwangerschaft eintritt, hängt jedoch nicht allein vom Alter ab.

35–39 JahreDie Abnahme wird deutlicher. 35 bleibt eine Orientierungsmarke, keine harte Grenze.

Ab Mitte 30 nimmt die weibliche Fruchtbarkeit im Durchschnitt deutlicher ab. Gleichzeitig steigen unter anderem das Risiko für Fehlgeburten und die Wahrscheinlichkeit bestimmter chromosomaler Veränderungen.

35 ist keine harte Grenze.

Die Veränderungen beginnen nicht an einem einzelnen Geburtstag. Das Alter von 35 Jahren wird medizinisch häufig als Orientierungsmarke verwendet, obwohl Fruchtbarkeit und Schwangerschaftsrisiken kontinuierlich verlaufen.

40–44 JahreEine frühzeitige Beratung kann bei Kinderwunsch sinnvoll sein.

Eine natürliche Schwangerschaft ist weiterhin möglich. Sie wird im Durchschnitt jedoch deutlich weniger wahrscheinlich als in jüngeren Jahren.

Gleichzeitig gewinnen altersabhängige Schwangerschaftsrisiken stärker an Bedeutung. Bei Kinderwunsch ist deshalb eine frühzeitige ärztliche oder reproduktionsmedizinische Beratung sinnvoll.

Ab etwa 45Schwangerschaften auf natürlichem Weg sind weiterhin möglich, werden aber selten.

Eine spontane Schwangerschaft kann vorkommen, wird aufgrund der altersbedingten Abnahme von Eizellzahl und Eizellqualität jedoch selten.

Bei bestehendem Kinderwunsch ist eine individuelle gynäkologische oder reproduktionsmedizinische Beratung besonders wichtig.

Ihr Alter

Wie alt sind Sie?

Sie erhalten drei kurze allgemeine Hinweise. Es wird keine individuelle medizinische Wahrscheinlichkeit oder Risikozahl berechnet.

Das Alter verändert kein berechnetes fruchtbares Zeitfenster.

Während einer Schwangerschaft

Wie verändern sich Schwangerschaftsrisiken mit dem Alter?

Auch hier gibt es keine einzelne Altersgrenze. Verschiedene Risiken nehmen unterschiedlich stark und zu unterschiedlichen Zeitpunkten zu.

Fehlgeburt

Das Risiko einer Fehlgeburt steigt mit zunehmendem Alter. Ein wichtiger Grund ist, dass chromosomale Veränderungen der Eizellen häufiger werden.

Chromosomale Veränderungen

Die Wahrscheinlichkeit bestimmter Chromosomenstörungen nimmt mit dem Alter der Eizelle zu.

Bluthochdruck & Präeklampsie

Mit zunehmendem Alter können bestimmte Schwangerschaftskomplikationen häufiger auftreten. Bei einigen Risiken wird der Anstieg insbesondere ab etwa 40 deutlicher.

Schwangerschaftsdiabetes

Auch das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes kann mit zunehmendem Alter steigen.

Ärztliche Abklärung

Wann ist eine Kinderwunschabklärung sinnvoll?

Die Zeiträume helfen bei der Orientierung. Sie sind weder Diagnose noch Bewertung Ihrer persönlichen Situation.

Die Zeiträume beziehen sich auf regelmäßigen ungeschützten Geschlechtsverkehr. Bei bekannten möglichen Fruchtbarkeitsproblemen kann eine frühere Abklärung sinnvoll sein.

Unter 35 etwa 12 Monate

Wenn nach etwa 12 Monaten regelmäßigen ungeschützten Geschlechtsverkehrs keine Schwangerschaft eingetreten ist, ist eine medizinische Abklärung sinnvoll.

35 bis 40 etwa 6 Monate

Ab 35 sollte eine Abklärung bereits nach etwa 6 Monaten ohne Schwangerschaft erfolgen.

Über 40 frühzeitig besprechen

Über 40 sollte Kinderwunsch frühzeitig ärztlich besprochen werden. Es ist meist nicht sinnvoll, zunächst sechs oder zwölf Monate abzuwarten.

Diese Werte sind Orientierung für die Abklärung, keine Aussage darüber, dass vorher „alles normal“ oder danach „etwas kaputt“ ist.

Nicht nur die Dauer zählt

Früher ärztlich abklären, wenn …

In solchen Situationen kann eine frühere Untersuchung sinnvoll sein – unabhängig vom Alter.

  • die Periode häufig ausbleibt
  • Zyklen deutlich unregelmäßig sind
  • bekannte oder vermutete Endometriose besteht
  • bekannte Erkrankungen von Gebärmutter oder Eileitern bestehen
  • eine frühere Chemo- oder Strahlentherapie erfolgt ist
  • bereits eine reduzierte ovarielle Reserve bekannt ist
  • wiederholte Fehlgeburten bestehen
  • beim Mann bereits eine mögliche Fruchtbarkeitsstörung bekannt ist
  • sexuelle Probleme regelmäßigen Geschlechtsverkehr erschweren

Gemeinsam betrachten

Kinderwunsch betrifft beide Partner.

Wenn eine Schwangerschaft ausbleibt, sollten mögliche Ursachen bei Frau und Mann berücksichtigt werden. Eine Kinderwunschabklärung umfasst deshalb bei Bedarf beide Partner.

Auch die männliche Fruchtbarkeit kann mit dem Alter abnehmen, meist später und weniger vorhersehbar als die weibliche.

Wann eine Abklärung sinnvoll ist
Worauf basiert diese Einordnung?

Die Seite ist quellenbasiert und evidenzinformiert. Sie ersetzt keine individuelle medizinische Beratung.

  • American College of Obstetricians and Gynecologists (ACOG)„Having a Baby After Age 35: How Aging Affects Fertility and Pregnancy“ · Abruf: 23.08.2026Originalquelle öffnen
  • ACOG / Society for Maternal-Fetal Medicine (SMFM)„Pregnancy at Age 35 Years or Older“ · August 2022 · Abruf: 23.08.2026Originalquelle öffnen
  • American Society for Reproductive Medicine (ASRM)„Fertility evaluation of infertile women: a committee opinion“ · 2021 · Abruf: 23.08.2026Originalquelle öffnen
  • Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / familienplanung.de„Alter, Lebensstil und Umwelt: Viele Faktoren beeinflussen die Fruchtbarkeit“ · Stand: 07.01.2026 · Abruf: 23.08.2026Originalquelle öffnen